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Die Psychologie des umweltzerstörenden Konsums


Oliver Knappich

Die in der Vergangenheit stattgefundene dramatische Zunahme des Umweltbe-
wußtseins stimmte vor dem Hintergrund sehr weitgehender Umweltzerstörun-
gen zunächst hoffnungsvoll. Jedoch blieb das Konsumentenverhalten hinter die-
ser Entwicklung zurück. Für das Marketing und die Verbraucherpolitik ergibt
sich dadurch eine diffuse Situation. Einerseits resultiert aus den veränderten
Wertvorstellungen die Erwartungshaltung, daß sich marketingtreibende Unter-
nehmen sowie Verbraucherpolitik betreibende Institutionen an ökologischen Be-
langen orientieren. Andererseits besteht Unsicherheit hinsichtlich der Nachfrage
nach ökologisch positionierten Produkten oder Informationen über umwelt-
freundliche Verhaltensweisen, zumal die Diskussion über Umweltzerstörungen
zunehmend von anderen und nicht zuletzt ökonomischen Problemen überlagert
wird. Auf der Basis des strukturgenetischen Ansatzes von Jean Piaget ergibt sich
jedoch eine neue Perspektive. Der meist überschätzte Einfluß des Bewußtseins
wird relativiert. In Verbindung mit Erkenntnissen aus der Konsumentenforschung
erscheint die Konstruktion nachhaltig wirksamer Konzepte zur Veränderung des
Konsumentenverhaltens als möglich. Dabei entsteht zudem ein sehr tiefer Ein-
blick in die menschliche Psyche.