
Oliver
Knappich
Die
Psychologie des umweltzerstörenden
Konsums
- Eine
Analyse der Strukturgenese
- im
Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Ökologie
- als
Grundlage für Marketing und
Verbraucherpolitik
Marketing
und Handel
Der
strukturgenetische Ansatz von Jean
Piaget
- Erkennen
besteht nicht im Abbilden der Realität,
sondern
- darin,
auf diese einzuwirken und sie (scheinbar oder
wirk-
- lich)
so umzuwandeln, daß man sie in Funktion
der Trans-
- formationssysteme
versteht, an welche die einwirkenden
- Verhaltensakte
gebunden sind.
- (Jean
Piaget; 1974; S. 6)
Dieses Zitat von
Jean Piaget aus "Biologie und Erkenntnis" macht den
Bezug
seines
strukturgenetischen Ansatzes zum Konstruktivismus
deutlich. Diesen
Zusammenhang stellt
beispielsweise auch Paul Watzlawick in "Die
erfundene
Wirklichkeit"
(1991; S. 10) her. Er wird nicht zuletzt auch in den
Beiträgen von
Ernst von
Glaserfeld sowie Heinz von Foerster in " Einführung
in den Kon-
struktivismus"
(1998) deutlich.
Aus dem Zitat
ergibt sich zudem, daß Eingriffe in die Natur
schon zur
Er-
möglichung von
Erkenntnisprozessen unumgänglich sind und daß
die dabei
sich entwickelnden
Strukturen wiederum das Verständnis der Wirklichkeit
bestimmen. Das
Wirklichkeitsverständnis ergibt sich so nicht aus
einer
morphologischen
Abbildung der Realität, sondern vielmehr aus einer
Konstuk-
tion auf der
Grundlage der tatsächlich ausgeführten oder
auch internalisierten
Handlungen.
Bei der
Theorie der Äquilibration
kognitiver Strukturen handelt es sich um
den grundlegenden
theoretischen Bestandteil des sehr umfangreichen
Gesamtwerkes von
Jean Piaget, wobei bereits auch diese theoretische
Grundlage recht
umfassend und die Darstellungsweise von Piaget meist sehr
abstrakt und
implizit ist. Daher befindet sich in "Die Psychologie des
umwelt-
zerstörenden
Konsums" auch eine kurze Einführung in diese
Theorie. Nicht
zuletzt wird dabei
die zugrundeliegende Terminologie expliziert.
Auf dieser Basis
erfolgt dann eine Weiterentwicklung dieses Ansatzes,
bei
der er erstmalig
konsequent in die Konsumentenforschung integriert
wird.
Die
Zusammenhänge mit Konstrukten, Erkenntnissen und
Ansätzen aus der
Konsumentenforschung
werden deutlich gemacht. Dabei wird der Ansatz von
Piaget
gleich mehrfach
erweitert. Die Perspektive reicht durch diese
Er-
weiterungen
über die Adoleszenz hinaus und umfaßt die
gesamte Lebens-
spanne im Sinne
eines modernen entwicklungspsychologischen Ansatzes.
Die
Zusammenhänge mit der emotiven
Informationsverarbeitung, mit der sich
Piaget meist nur
implizit befaßte, werden deutlich gemacht, wobei
insbeson-
dere
die Theorie der
Leistungsmotivation im Vordergrund steht. Dadurch
werden kognitive,
motorische sowie emotive
Informationsverarbeitungspro-
zesse, entsprechend
der Differenzierung von Gerold Behrens (1991), in
einem
umfassenden System
integriert. Diese Erweiterungen erfolgen vor dem
Hinter-
grund von
umweltschädlichem Verbraucherverhalten. So ergibt
sich ein sehr
tiefer Einblick in
die Psychologie des umweltzerstörenden
Konsums.
Dr.
Oliver Knappich
im Juni
2000
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